Der Brauvorgang

jeden Mittwoch ist Brautag. Und Sie sind live dabei.

Gemeinsam mit Brauer Manfred erleben Sie die unterschiedlichen Schritte, wie aus Malz, Hopfen und Wasser Bier entsteht. Bierbrauen ist heute Biotechnologie, Richtlinien dafür liefert in Österreich der "Codex Alimentarius Austriacus".

Schroten

Der Brauprozess beginnt damit, dass das Malzkorn aufgebrochen wird. Die Malzkörner werden vorerst zerkleinert, um die im Korn enthaltene Stärke freizusetzen, damit sie sich im Wasser lösen kann.

Maischen

Im Maischvorgang werden Malzschrot und Wasser zu einem Getreidebrei gemischt und erhitzt, um die Stoffe aus Malz optimal zu lösen. Wichtig ist dabei, die Zusammensetzung aus Eiweißen sowie den vergärbaren und unvergärbaren Zuckern beizubehalten. Dabei müssen die für die Aktivierung der veschiedenen Enzyme zur Aufspaltung und Umwandlung von Stärke in Zucker notwendigen Temperaturen eingehalten werden.

Läutern

Unter Läutern versteht man den Vorgang, bei dem der Treber, bestehend aus Spelzen und Schwebstoffen, von der Vorderwürze getrennt wird. Dies passiert im Läuterbottich, der im Senkboden mit vielen Löchern versehen ist, durch welche die Würze abläuft.

Würze kochen

In der Sudpfanne wird die Würze unter Beigabe von Hopfen gekocht. Durch die Hitze werden nicht nur Stabilität und Haltbarkeit gewonnen, sondern auch die Bittere des Bieres. Ebenso werden die letzten Enzyme dadurch zerstört. Eiweiße und Gerbstoffe gerinnnen und lasen sich herausfiltern.

Ausschlagen und kühlen

Nach dem Kochen werden die verbleibenden festen Partikel von der Würze getrennt. Im sogenannten Whirlpool wird durch tangenziales Einspritzen ein Wirbel erzeugt, der zum Absetzen der Hopfenreste, Eiweiße und Schwebstoffe führt. Zu diesem Zeitpunkt wird nochmals Hopfen beigegeben. Anschließend wird die Würze abgelassen und sehr rasch - innerhalb von 30 bis 60 Minuten - gekühlt. Obergärige Biere auf 20-25° Celsius, untergärige Biere auf 10-15° Celsius.

Gärung

Durch die Zugabe von Hefe wird die Würze rund eine Woche im Gärtank vergoren. Dabei verwandelt sich der enthaltene Zucker zu ungefähr gleichen Teilen in Alkohol und Kohlensäure. Durch die Steuerung der Gärtemperatur können die gewünschten Aromen gesteuert werden. Grundsätzlich gilt: Je wärmer die Temperatur, desto aromenreicher.

Lagerung

Untergärige Biere reifen und lagern bei etwa 0° Celsius, obergärige bei etwa 15-20° Celsius 10-12 Tage lang. Vollbiere wie Pils und India Pale Ale benötigen ungefähr 4 Wochen zur Reifung., Starkbiere noch länger. Übrige gebliebene Hefezellen sinken während dieser Zeit ab, dies trägt nocmals zur Reinheit und Stabilität bei. Erst nach der Lagerung kann das Bier abgefüllt werden, wobei z. B. Weizenbiere auch in der Flasche noch nachreifen.

Die Biersorten.

Hopfenbetont

Bitter, grasig oder blumig, die ätherischen Hopfenöle dominieren die Geschmacksvielfalt.
z.B. Pilsener, Kellerbier, Kölsch, India Pale Ale, Altbier

Röstaromatisch

Hier herrschen trockene und samtige Charaktere vor, durch scharf geröstetes Malz.
z.B. Schwarzbier, Porter, Imperial Stout, Stout

Malzbetont

Hier reichen die Nuancen von biskuitartig und nussig bis zu Tönen von Trockenfrüchten und Bitterschokolade.
z.B. Belgian Pale Ale, Dubbel, Helles, Märzen, Brown Ale, Scotch Ale, Bock und Doppelbock, Bayerisch Dunkel

Sauer

Spritzige und fruchtige Biere, deren Geschmack geprägt ist durch wilde Hefen und Mikroorganismen.
z.B. Berliner Weiße, Fruchtlambik, Geuze

Hefearomatisch

Fruchtige und würzige Aromen dominieren, die von der obergärigen Hefe herrühren.
z.B. Weißbier, Weizenbier, Weizenbock, Golden Strong Ale, Tripel

New Styles

Darunter lassen sich alle neuen Entwicklungen und Technologien wie Fruchtbiere und sonstige Geschmacksrichtungen zusammenfassen.
z.B. Hopfenweiße, Biere Brut, Gewürzbiere, Fruchtbiere, Bier-Wein-Hybriden, Holzfassgereifte Biere