Bier & Gesundheit

"Prinzipiell ist Bier nichts anderes als eine Heilpflanzenzubereitung"

Bier ist, was die antioxidativen Stoffe angeht, dem Wein sehr ähnlich. Das bestätigt auch Prof. Marko Denke von der University of Texas und attestiert dem Bier die gleichen positiven Effekte auf die Gesundheit wie Wein im vorbeugendem Kampf gegen Krebs oder Arteriosklerose.

Auch das Forscherteam rund um Prof. Dietmar Fuchs von der Medizinischen Universität Innsbruck konnte an Versuchen mit menschlichen Blutzellen nachweisen, dass die Wirkung von Bier durchaus mit der von Rotwein und grünem Tee zu vergleichen ist, da Bier genau die biochemischen Prozesse hemmt, die im Falle von Entzündungen stattfinden. Die positiven Auswirkungen werden in erster Linie auf die Gerb- und Bitterstoffe von Hopfen und Malz zurückgeführt. Besonders der Hopfenbitterstoff Xanthohumol ist diesbezüglich sehr wertvoll und wirkt ähnlich wie Östrogen, das vor Arteriosklerose und Osteoporose schützt. Die antioxidativen Wirkstoffe des Biers stellen vor allem die Polyphenole dar, die meisten sind im Malz enthalten, etwa 70-80 Prozent, während der Hopfen der effektivste Lieferant ist. Im Unterschied zu Wein enthält Bier aber zusätzlich noch wesentlich mehr B-Vitamine. Die Milchsäurebakterien und Hefen wirken stabilisierend auf unser Darmmilieu und Immunsystem und erzielen ähnliche Ergebnisse wie die probiotischen Kollegen Joghurt oder Kefir. Moderater Bierkonsum wird auch mit positiven Effekten wie der Senkung des LDL-Cholesterinspiegels und verbesserten Blutzuckerwerten in Verbindung gebracht.

Bier und Gesundheit
Die Inhaltsstoffe von Bier und deren Wirkung

Der Alkoholgehalt des Bieres ist unter allen alkoholischen Getränken am niedrigsten und kann sich daher bei mäßigem Konsum als reinigendes und schmerzstillendes Mittel positiv entfalten.
Kohlendioxid fördert die Durchblutung der Mundschleimhaut und regt die Verdauung an. Ein Liter Bier deckt 45 Prozent des Tagesbedarfs an Magnesium, 40 Prozent an Phosphor und 20 Prozent an Kalium. Außerdem sind Kalzium, Sulfat, Schwefel, Kupfer, Mangan, Zink und Eisen enthalten. Positiv ist ebenfalls, dass Bier sehr salzarm ist und daher das Gewebe entwässern und den Blutdruck senken kann Zahlreiche B-Vitamine und das Vitamin H sind Nervennahrung, verbessern die Konzentrationsfähigkeit. Niacin ist gut für den Teint, Pantothensäure unterstützt z. B. die Haut nach einem Sonnenbrand. Riboflavon ist günstig für Heilungsprozesse der Haut, Haare und Nägel.
Silizium ist ebenfalls in hohen Mengen im Bier enthalten, wie Forscher der University of California festgestellt haben, wobei z. B. Pilsbier mehr Silizium enthält als ein Weißbier. Gerstenmalz und Hopfen sind die Hauptlieferanten des Minerals, da vor allem für den Knochenaufbau wichtig ist und das als Orthokieselsäure gut vom Körper aufgenommen werden kann. Erste Studien zeigen bereits einen positiven Effekt bei Osteoporose-Patienten.

Die bereits oben erwähnten Poyphenole schützen den Organismus vor Freien Radikalen. Der im Hopfen enthaltene Zauberstoff Xanthohumol gelangt, wie wissenschaftliche Studien belegen, besonders schnell und nur unter geringen Verlusten in die Blutumlaufbahn. Unterstützend wirkt die Kohlensäure, die durch ihre durchblutungssteigernde Effizienz alle Substanzen schneller in den Blutkreislauf integriert. Interessant ist, dass die im Hopfen und Malz enthaltenen Polyphenole sich gegenseitig positiv beeinflussen und in ihrer Wechselwirkung mehr erzielen als die Summe ihrer Effekte. Forscher an der Oregon State University stellten fest, dass einige Wirkstoffe im Hopfen Brust- und Eierstockkrebs im Wachstum um die Hälfte verringern und sogar sechsmal effektiver vor Zellschädigungen als Radikalenfänger schützen als Zitrusfrüchte. Ebenso legt Bier, wenn es beim Grillen genossen wird, die kanzerogenen Stoffe lahm. Der angesprochene Wirkstoff Xanthohumol schaffte es sogar, das Wachstum bei menschlichen Brust-, Eierstock-und Dickdarmkrebszellen innerhalb von vier Tagen zum Stillstand zu bringen. Xanthohumol muss dabei in Alkohol gelöst werden, da er sich im Wasser chemisch nicht entfalten kann.

Das erste medizinische Bier wurde in Bayern
von der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan auf den Markt gebracht.

Dabei wird ein besonderes Brauverfahren angewandt, das eine 10 bis 30-mal höhere Konzentration an Xanthohumol ermöglicht. Organische Säuren wirken positiv auf Herzleistung und Darmflora, Amine erweitern die Blutkapillaren und steigern die Magensaftsekretion, Nukleinsäurebausteine wirken auf den Blutdruck und erweitern die Herzkranzgefäße. Auch das Märchen vom Bierbauch kann als überholt angesehen werden. Nach neuesten Studien ist bei mäßigen Biertrinkern weniger Übergewicht zu beobachten als bei Abstinenzlern, da Bier den Stoffwechsel anregt und außerdem weniger Kalorien als die gleiche Menge Milch oder Apfelsaft hat. Bier wirkt außerdem harntreibend, wodurch Natriumionen ausgeschwemmt werden und eine Gewebeentwässerung stattfindet. Dadurch führt Bier im Grunde nach zu einer Gewichtsreduktion. Die Klosterbrauerei Neuzelle hat ein Anti-Aging-Bier entwickelt, das mit Sole, Spirulina-Algen und dem Flavonoid Querzitin angereichert wird. Dabei wurden die Radikalenfänger-Eigenschaften in etwa 10-fach erhöht. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch eine Studie der Universität Montreal, die nachwies, dass Männer und Frauen mit einem Durchschnittsalter von 37 Jahren mit moderatem Alkoholkonsum ein um 25 Prozent niedrigeres Stress-Level aufwiesen als Antialkoholiker. Ebenso zeigte eine „Nurses Health Study“ der Harvard School vor Public Health, dass bei maßvollem Bierkonsum das Parkinson-Risiko um 30 Prozent sinkt.